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5. Oktober 2000
Diary-Xpress

Donnerstag, 5. Oktober 2000
Tatsächlich noch vor dem Wochenende was Neues! :-)

Ach, wenn Ihr wüßtet... Dienstag fühlte ich mich tatsächlich besser als letzten Sonntag. Jedenfalls tagsüber, da habe ich so richtig lange ausgeschlafen, mich anschließend gemütlich vor die Glotze gehockt und "Amerika" mit der netten Sophie von Kessel ;-) geguckt und dann bin ich noch Fahrrad gefahren.

Danach konnte ich es nicht mehr länger vor mir herschieben und bin gegen 17 Uhr in die Firma gefahren, um dort allen unseren Servern "mal eben" neue IP-Adressen zu geben. "Mal eben" sollten maximal zwei Stunden sein. Klar, wenn ich schon anfange, die Geschichte so zu erzählen, weiß jeder was kam (und kommen mußte):
Aus zwei Stunden wurden vier, aus vier Stunden sechs. Leider wollten die Clients (mit den alten IPs) die neuen Server-IPs nicht erkennen und sich nicht am Netzwerk anmelden. Obwohl ich nahezu alle Kombinationen* durchprobiert habe, waren die Clients auch weitere zwei Stunden später (also um 1 Uhr) noch nicht bereit, sich kooperativ zu zeigen.

Mir war abwechselnd nach Rumbtoben, Heulen und "einfach nach Hause fahren und die Bettdecke über den Kopf ziehen" zumute. Dumm nur, daß mir die Lösung des Problems noch weit weg schien. Und die Aussicht, daß sich in ca. 6 bis 8 Stunden von 100 Leuten keiner anmelden und arbeiten könnte, ließ "nach Hause fahren" nicht zu. Jedenfalls nicht ohne ein jederzeit gültiges Flugticket nach Timbuktu... :-) Und keiner war da, mir zu helfen oder mich zu trösten, nicht einmal Björn.

Also habe ich mich, mit den Nerven fertig, um 1 Uhr entschlossen, die ganze Aktion abzubrechen und alles wieder rückgängig zu machen. Um 4 Uhr war ich dann zu Hause und durfte mich darauf freuen, am nächsten Morgen besonders früh aufzustehen, weil ich ja sicherstellen mußte, auch die restlichen Clients noch zurückzustellen und den Kollegen alles zu erklären. Seuuufz!

Ich weiß nicht, ob die Arbeit oder der Mißerfolg schlimmer war. Wohl mehr der Mißerfolg, es war schon ziemlich frustrierend. Die Arbeit war zwar (am Dienstag) umsonst, aber ich habe wenigstens noch einiges gelernt. Nicht nur die Wahrheit des alten Mottos "Never change a running system!". Auch ein paar neue Sachen. Und für den nächsten Versuch weiß ich, wo die Probleme zu erwarten sind und was ich vorher noch austesten sollte.

Xpress wollte ich ursprünglich nach der Aktion schreiben, aber ich denke, meine Argumente dagegen sind ganz verständlich. ;-) Jetzt kann ich wieder darüber lächeln, aber ich glaube, in meinen 3 Jahren bei der Firma waren die letzten vier Stunden dieser Aktion die fürchter-lichsten überhaupt...

Immerhin hatte ich gestern und vor allem heute (mit der neu gelieferten Firewall) wieder ein paar positive Erfolgserlebnisse zum Ausgleich. Und morgen gibt's nur ruhigen Verwaltungskram und dann ist Wochenende!

*Interessiert an den technischen Details?
Mit neuen IPs konnte ich die Clients zwar anmelden, aber noch lange nicht auf alle Server zugreifen bzw. finden. IP-Adressen und DNS-Namen konnte ich zwar problemlos pingen, aber die NetBIOS-Namen wollten die Clients nicht auflösen. Obwohl ich nahezu alle Kombinationen von WINS, DNS, Domains und IPs durchprobiert habe. Da ist HTML gar nix dagegen... :-)



Sonntag, 1. Oktober 2000

Seufz, es pieselt in Strömen, die Blätter fallen, es ist nebelig, ich bin total müde und schlapp - der Sommer ist wohl endgültig vorbei. Eigentlich eignet sich das Wetter hervorragend zum Kekse knabbern, heißen Kakao trinken und Kuscheln - dummerweise habe ich niemanden zum Kuscheln. :-(
Wenn man mal von Björn, dem 70 cm großen Ikea-Eisbären absieht...

Das Wetter schlägt mir auf's Gemüt, also lasse ich das Diary-Schreiben für heute. Die einzigen Lichtblicke sind der Feiertag übermorgen und daß es nur noch zwei Wochen bis zu meinem dreiwöchigen Urlaub sind, den ich unter anderem auf Korsika verbringen werde.

Also, ich schlage mein Diary wieder zu. Aber nur bis Dienstag, da fühle ich mich bestimmt wieder besser.


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