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06.-12.12.1999
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Projekte > Martins Woche

Mittwoch, 08.12.
Dienstag war ich mit unserem CVJM auf der alljährlichen Weihnachtsfeier im Heimathof Homborn. Auf diesem Gelände wohnen und leben ehemalige Alkoholabhängige, die eine Entziehungskur hinter sich haben und sich in dieser Gemeinschaft auf ihren Weg zurück in's "normale" Leben vorbereiten.

Unser CVJM macht dort schon seit vielen Jahren eine Weihnachtsfeier, bei der es neben Weihnachtsliedern und einer weihnachtlichen Geschichte zu einem Gesprächsaustausch zwischen den Bewohnern und den Leuten aus dem CVJM kommt. Im Laufe der Jahre hat es sich gezeigt, daß diese Begegnung für die Bewohner (aus mehreren Gründen) sehr wichtig ist. Sie haben, so berichten die dort arbeitenden Therapeuten, das Gefühl, daß es ein paar Menschen gibt, denen sie nicht ganz egal sind, und auch der Aspekt, daß sie selbst Gastgeber sind, spielt für sie eine wichtige Rolle.

Ist schon sonderbar: jedesmal, bevor ich dort hinfahre, habe ich eigentlich gar keine besondere Lust, und auch ein bißchen "Schiß", wie das denn so wird mit dieser Begegnung. Ob ich wohl das Richtige sage, und ob es nicht irgendwie peinlich wird, wenn ich nicht weiß, was ich sagen soll. Aber es kommt weniger darauf an, das Richtige zu sagen, sonder zuzuhören, Interesse zu zeigen. Interesse für jemanden, für den sich lange Zeit kaum jemand interssiert hat...
Und jedesmal stelle ich hinterher fest, daß ich froh bin, dort gewesen zu sein. Es ist schon ziemlich erschreckend, was manche der Bewohner dort erzählen. Viele waren vor dem Entzug arbeitslos, manche obdachlos, und alle haben eine ganze Menge Schlimmes durchgemacht.

Ich weiß, einmal im Jahr dort hinzufahren, ist nichts Besonderes. Es ist wirklich nicht viel, mal davon abgesehen, daß jeder Bewohner auch eine Geschenktüte mit praktischen Dingen für den Alltag bekommt. Aber es ist ein kleiner Anfang - Verständnis für die Menschen dort und für andere Obdachlose zu entwickeln. Ich habe das auch auf meiner Buchseite Der Verrat von John Grisham schon ein bißchen beschrieben.

Donnerstag, 09.12.
Der Coca-Cola Weihnachtstruck war diese Woche bei uns in einem Wuppertaler Supermarkt. Ich habe ja nichts gegen Coca-Cola, ich trinke sie auch hin und wieder (und habe die Gratis-"Probe" auch nicht abgelehnt *grins*), aber wenn ich die Weihnachtswerbung im Radio höre, dann stört es mich schon ein bißchen, daß der Sprecher behauptet: "Das wird ein Fest!". Was weiß der denn? Wird das Fest schöner, bloß weil man zuckersüße, braune Limonade trinkt? Gab's da nicht einmal ein Gerücht, daß die Kleiderfarben des Weihnachtsmanns den Cola-Farben entsprechend gewählt wurden oder er sogar ihre Erfindung ist?
Na ja, mir fiel dabei direkt ein Comic-Strip von Bill Watterson (Calvin und Hobbes) ein, und den gibt's jetzt hier:
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Sonntag, 12.12.
Was für ein Wochenende! Wie irgendwo unter Persönlichem erwähnt, bin ich Netzwerkadministrator in einer Wuppertaler Firma, und am letzten Freitag sind 68 Leute bei uns intern umgezogen. Wir haben gleich die Gelegenheit ergriffen, uns die Verkabelung im Serverschrank vorzunehmen und komplett neu zu verkabeln. Als wir alle Kabel rausgenommen hatten, hatte ich eine handliche Kugel aus ca. 300 Kabeln mit einem Durchmesser von gut einem Meter in den Händen...
Hat echt Spaß gemacht, die zu entwirren...
War fast so spannend wie Rätsel der Zauberfee zu lösen. *breitgrins* (Zauberfee: Deine Rätsel sind wirklich echt toll, ich fand diese Ja/Nein-Fragenrätsel schon damals spannend, leider habe ich sie alle vergessen, aber Du bringst sie ja wieder an's Tageslicht. Oder hast Du sie Dir ganz neu ausgedacht?)
Zurück zu meinen Kabeln: am Samstag und heute haben wir uns dann damit beschäftigt, die Kabel wieder neu im Schrank einzustöpseln. Es war zwar eine sch...öne Arbeit, aber jetzt sieht es wirklich gut aus, und wir wissen jetzt Dank einer neuen Excel-Tabelle auch, zu welchem Arbeitsplatz denn welches Kabel gehört.

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